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Sonntag, 10. Mai 2009

Das Soyuz-System 1:144 / Baubericht TEIL 4: Startsystem / Starttisch 3

3. Bauberichtsabschnitt
Bau der „Start-Tischplatte“ für das Soyuz-System

Drei Kanten des Starttisches werden im Bereich des Startschachtes mit lt. Skizze auf Länge geschnittenen Polystyrol-Winkelprofilen 6x3 mm sauber verklebt und somit abgeschlossen.
Der Startschacht wird auf der Startebene mit einem 1mm starken und 5 mm breiten Ring besäumt, der mit dem Kreisschneider aus einer Polystyrolplatte ausgeschnitten und aufgeklebt wird. Die 7 Fundamentplatten für die 2 Wartungsgerüste, die 4 Servicegerüste zur Booster-versorgung und den Kabel-/Tankmasten sind lt. Skizze aus 1 mm starkem Polystyrol auszuschneiden und mittig auf die dafür angerissenen Achsen aufzukleben.

Während das „Betonfundament des Soyuz-Startsystems“ etwas ruht, werden erste Arbeiten für die klappbaren Wartungsgerüste begonnen.
2 Hydraulikarme
Zuerst sollten die zwei Hydraulikarme für die klappbaren Wartungsgerüste in Eigenfertigung lt. Skizze hergestellt werden.

Als Material wird eine 1,5 mm starke Polystyrolplatte benötigt, aus der die 4 Seitenteile nach Anriß ausgeschnitten werden. Diese dienen nach dem Verkleben mit dem Füllmaterial gleichzeitig als Schleifschablone für die Herstellung der Außenkonturen.
Als Füllmaterial wird ein Rechteckprofil 2 mm x 8mm auf entsprechende Länge geschnitten und plan eingeklebt. Anschließend werden lt. Skizze die Außenkonturen geschliffen, die Bohrungen für die Lagerachse und die Durchbrüche ausgeführt. Dabei sollte der Universal-Handgriff mit Bohrfutter benutzt werden.
Die 4 fertiggestellten Träger werden nun lt. Skizze mit auf 13 mm Länge geschnittenen Rechteckprofilen (4,0 x 1,5 mm) durch eine stumpfe Quer-/bzw. Diagonalverklebung verbunden. Dabei schließen diese Profile plan mit der durchgängig geraden Trägerkante ab.



Die laut Angabe im Berichtsteil 1 benötigten Baumaterialien „Stahlwerkselemente aus dem System STAKO“ von der Auhagen GmbH/Best.-Nr. 48104 werden jetzt benötigt.
Es sind aus den Trägerelementen zwei Wartungsgerüste auf eine Länge von 285 mm zu verkleben. Vorher sollten die mittigen Gußäste an den Elementen sauber entfernt werden und vor dem Verkleben der plane Sitz geprüft werden.



Fortsetzung folgt...
Fotos: Rainer Dierchen

Montag, 20. April 2009

Das Soyuz-System 1:144 / Baubericht TEIL 3: Startsystem / Starttisch 2

Bau der Säulen & Träger für Starttisch und „Start-Tischplatte“

Säulen & Träger

Der Rahmen ist ordentlich und stabil auf der Grundplatte aufgeklebt. Jetzt erfolgt der Zuschnitt der Teile für die zwei Säulen (grün) und die 2 Längsträger (gelb) und

1 Querträger (grün) für den Starttisch. Grundlage dafür sind die CREATIV-Hartschaumplatten.

Abmessungen 2 Längsträger (gelb)

4 Seitenteile 100 mm x 25 mm

2 Bodenteile 100 mm x 12 mm

Abmessungen 1 Querträger (grün)

2 Seitenteile 160 mm x 25 mm

1 Bodenteil 160 mm x 12 mm

Abmessungen 2 Säulen (grün)

4 Teile 20 mm x 50 mm

4 Teile 25 mm x 50 mm

Die Träger und Säulen werden wie auf den Bildern ersichtlich als Kästen stumpf mit dem „Starken August“ in Einhaltung des rechten Winkels verklebt. Hierbei machen sich die Metallklötzer als Hilfsmittel sehr nützlich.

Die 2 fertig verklebten Säulen (grün) werden in der Flucht der Rahmenwände in der Längsrichtung des Tisches mit einem Abstand von 95 mm zur inneren Kastenwand stumpf auf die Grundplatte geklebt.

Nach Aushärtung des Klebers werden zwischen den Säulen (grün) und den Aussparungen an der inneren Querwand (gelb) die 2 Längsträger (gelb) verklebt.

Analog wird der Querträger (grün) stumpf zwischen die 2 Säulen geklebt.

Unter dem Querträger sind links + rechts oben zwei konische „Betonstützlager“ einzukleben.

Start-Tischplatte

Die Abmessungen sind der Skizze zu entnehmen.

335 mm x 220 mm (grün)

Auf diese Platte ist mit dem Anschlagwinkel die Mitte mit dem CD-Marker aufzutragen

  • für den kreisrunden Startschacht und
  • das Eisenbahngleis.

Der Kreis für den Startschacht mit dem Durchmesser von 82 mm sollte mit dem Kreisschneider sauber herausgeschnitten werden.

In diesen ausgeschnittenen Kreis wird dann der Startschacht eingeklebt.

Dazu wird aus einer 2 mm Polystyrol-Platte die Schachtwand geschnitten: 280 mm x 15 mm und nach Einpassung kreisförmig überlappend eingeklebt. Die Bodenplatte wird mit einem Durchmesser von 85 mm ausgeschnitten und stumpf mit Polystyrolkleber unter die Schachtwand geklebt.

Zum Abschluss des Rohbaus für den Starttisch wird noch die Schräge für den Ableitschacht plus Seitenanbauten angefertigt.Fotos: Rainer Dierchen

Eigenbau Modell Baade 152 V4 und 152 I V1



Meine Bauberichte zum Eigenbau 2 verschiedener Baade-Modelle im Maßstab 1:144 findet ihr hier:

Eigenbau Modell Baade 152 V4 1:144

Eigenbau Baade 152 I V1

Als Material habe ich Polystyrol-Profile und Platten (0,5 bis 2,0 mm Stärke) aus den Künstlerbedarf für Architekturmodellbau verwendet. Im Modellbau-Fachhandel bekommt man diese Profile und Platten auch zu kaufen, aber diese kommen aus den USA und sind wesentlich teurer. Auf der Grundlage von 3-Seiten-Rissen im Maßstab 1:144 habe ich Schablonen angefertigt, und deren Konturen auf die Platten bzw. Profile übertragen.
Das Prinzip ist dem Karton- und Schiffsmodellbau entnommen und ihr könnt dies sehr gut am Beispiel meines Fotos nachvollziehen.
Nach dem Zusammenfügen der Teile mittels Klammern und Klebeband habe ich diese mit Hilfe eines in Aceton getränkten Pinsels verschweißt. Das Aceton läuft in die Trennfugen und verschweißt sehr schnell und stabil die Profilteile.
Das Ausschneiden erfolgt mit der Schere, dem Cuttermesser und dem Kreisschneider für Modellbau
Für die Anfertigung der Seiten-Risse wird ein PC mit einem guten Grafikprogramm benötigt oder ihr habt gute Originalzeichnungen und reduzieren diese mit einem Kopiergerät auf den gewünschten Maßstab.
Die Abziehbilder sind eine Eigenanfertigung auf dem PC-Drucker, gedruckt auf transparente Abziehbilderbögen im Format A4, die im Modellbaufachhandel erhältlich sind.

Zum Angebot eines Resin-Bausatzes der Baade 152 in 1/144 von TOM-Modellbau, für ca. 30,- Euro, ist der Eigenbau eine gute Alternative, denn nach meinem Vergleich zum vorliegendem Bausatz bleibt der Modellbauaufwand gleichwertig.
Da ich Originalzeichnungen der Flugzeugwerft Dresden als Baugrundlage benutzt habe, ergab mein Modell-Vergleich, dass das TOM-Modell der Baade 152 etwas zu klein ausgefallen ist. Daher können die Abziehbilder von TOM auch nicht für den Eigenbau in 1/144 nach Originalzeichnung verwendet werden. Aber das TOM-Modell ist natürlich auch eine schöne Bastelarbeit.



Fotos: Rainer Dierchen

Freitag, 17. April 2009

Das Soyuz-System 1:144 / Baubericht TEIL 2: Startsystem / Starttisch 1

TEIL 2, SOYUZ-System
Beschreibung für den Eigenbau des Starttisches zum „Soyuz-Raumschiff-System“ im Maßstab 1:144 (passend zum Soyuz-Modell von MAQUETTE oder REALSPACE)
von Rainer Dierchen, EPMC Dresden

Als Grundlage der modellbauerischen Umsetzung dienen Fotos und Risse aus einem Werkskatalog des russischen Herstellers KBOM sowie Fotorecherchen im Internet.

Da das Startsystem in Form eines Tisches über einer ca. 40 m tiefen Grube zur Ableitung der Abgase beim Start gebaut ist, wurde auf Grund der Abmessungen für das Modell ein Ausschnitt von ca. 1/3 des oberen Bereiches gewählt.
Als hauptsächliche Baumaterialien dienen:
3 farbige (grau, gelb, grün) CREATIV - Hartschaumplatten aus PVC im Format 250 x 500 x 3 mm von ROBEX, diese wurden im PRAKTIKER-Baumarkt gekauft.
Je 1 Polystyrol-Platte 250 x 500 x (1,0/ 1,5 mm/ 2,0 mm) aus dem Künstlerbedarf Gerstaecker o.a.
Diverse Treppenplatten von Schulcz scale model parts (www.schulcz.de), auch im Künstlerbedarf für den Architekturmodellbau erhältlich.
2 Packungen a 10 Stück Stahltragwerkselemente aus dem STAKO-System von der Auhagen GmbH in Marienberg/Erzgebirge, Best.-Nr.: 48104 (www.auhagen.de)
diverse Polystyrol- Profile aus dem Künstlerbedarf (z. Bsp. Gerstaecker) wie:
- Winkelprofile 6 x 3mm
- Rundprofile mit Durchmesser 1,5/ 2/ 3/ 4/ 5 mm
- Rohrprofile mit Innen/Außendurchmesser 2/4mm, 1/2mm, 10/12mm
- Rechteckprofile 6 x 6mm, 1 x 1mm, 1 x 1,5 mm, 3 x 3mm, 2 x 4mm
- T-Trägerprofile 3 x 3mm
2 x Geländer aus dem Sortiment der Fa. FALLER GmbH „Eisengeländer Spur N“ unter der Best.-Nr. 272404
Sekundenkleber „SKIN“ (Artikel-Nr. 236091/Kappe rot) von JAMARA- Modelltechnik (www.jamara.de), dieser hat die vorzügliche Eigenschaft, ein paar Sekunden der Korrekturmöglichkeit vor der Aushärtung zu haben und hält wie „Atze“
FALLER-Spezialkleber, lösungsmittelfreier Einkomponenten-Kunstharzkleber für Polystyrol-Schaumplatten oder alternativ der preiswerte Universalkleber „August der Starke“ der Werunia GmbH aus 01731 Lungkwitz.
1 kleine Flasche Aceton aus dem Baumarkt oder dem Drogeriemarkt
REVELL-AQUA-COLOR-Farben matt deckend
Sandfarbe 361 16
Afrikabraun 361 17
Grau 361 57
Weiß 361 05
Erde dunkel 361 82
Dunkelgrün 361 39
Gelb 361 15
REVELL-Kunststoff-Spachtelmasse oder andere geeignete Spachtelmassen für Polystyrol

Als hauptsächliche Werkzeuge werden benötigt:
Diverse Cuttermesser aus dem Baumart oder auch im Billig-Markt erhältlich.
Stahllineal 50 cm und Stahlwinkel 30 cm aus dem Baumarkt oder Künstlerbedarf.
Kreisschneider-Cutter für den Modellbau aus dem Künstlerbedarf oder moduni-Modellbauversandhandel.
Schneidunterlage DIN A3 (auch im Billig-Markt erhältlich).
Starke Haushaltschere (auch im Billig-Markt erhältlich).
Feinsäge mit Gehrungslehre (auch im Billig-Markt erhältlich).
REVELL Seitenschneider.
Spiralbohrersatz 0,5 bis 6,0 mm (auch im Billig-Markt erhältlich).
Universal-Handgriff mit Bohrfutter 0,5 bis 6,0 mm, im moduni-Modellbauversand-handel erhältlich.
1 Satz Haushalt-Schleifpapier mit div. Körnung (auch im Billig-Markt erhältlich).
Schlüsselfeilen oder Schleifpapierfeilen (Nagelfeilen/ auch im Billig-Markt erhältlich).
Kleine Spannzwingen bzw. Klammern für den Modellbau (auch im Billig-Markt erhältlich).
Reißnadel & Bleistift weich.
Bewährt haben sich auch für div. Fügearbeiten als Anschlagklotz, Gewicht oder Unterbauhilfe kleine Aluminium- bzw. Stahlprofile in den Abmessungen
10 x 25 x 140 mm oder 20 x 40 x 100 mm, die Sie beim netten Metallbauschlosser in der Nachbarschaft für eine Minispende aus der Schrottkiste erhalten.
(siehe Foto Werkzeug 001 & 002)

Wenn alle Zutaten bereit liegen, gute Musik im Radio oder mp3-Player gespielt wird, ein zum Alter des Modellbauers geeignetes Getränk bereitsteht, alle Aufträge der Ehefrau und Schwiegermutter abgearbeitet sind, Sie zur Zeit noch dankbar an die kostenlose Bauanregung von Ostmodell denken (mein persönl. Solidarbeitrag) und somit bei Ihnen gute Laune noch vorherrscht, kann es ja nun losgehen.

Anfertigung der Grundplatte bzw. Fundament des Bauwerkes:
Hinweis: Zum besseren Verständnis der Bauanleitung mit Hilfe von Fotos wurden die CREATIV-Hartschaumplatten in den Farben grau, grün und gelb gekauft, was Sie natürlich nicht tun müssen.

Aus einer der CREATIV - Hartschaumplatten aus PVC (grau) wird mit dem Cuttermesser (Teppichcutter) entlang dem Stahllineal und Winkel die Fundament-Platte mit der Abmessung 25,5 x 34 cm geschnitten.
Aus dem Rest der CREATIV-Hartschaumplatte grau, grün & gelb werden die Aufbauten des Grundkörpers geschnitten und nach der folgenden Beschreibung mit dem „Starken August“ aufgeklebt.
Es werden wie im Bild 3 die 4 Seitenwände mit folgenden Maßen ausgeschnitten:
2 Teile 18 x 5 cm (Längswände/grau)
1 Teil 25,5 x 5 cm (Querwand außen/grau)
1 Teil 22 , 5 cm (Querwand innen/gelb) mit vorgefertigten Aussparungen für Träger und kreisförmigen Startschacht

Die Aussparungen auf der inneren Querwand/gelb betragen:
für 2 Träger jeweils 1 cm Abstand von der Außenkante rechts und links mit
2 cm Breite x 2,5 cm tief
für Startschacht mittig angeordnet 6 cm breit und 2,5 cm tief
(siehe Bild 4/gelbes Teil)

Aus den 4 Seitenwänden wird ein Rahmen gebildet, der auf der Fundamentplatte mittig ausgerichtet und auf einer der Stirnseiten der Fundamentplatte (25,5 cm Breite) mit der Querwand/grau (25,5 cm Breite) bündig & stumpf auf der Fundamentplatte verklebt wird.
Für die bessere Stabilität der folgenden Starttischaufbauten habe ich aus den 5 cm breiten Reststreifen der Seitenteile/grau zwei V-förmige Träger mittig in den Rahmen geklebt.
(siehe Bilder 3 & 4).

Dienstag, 14. April 2009

Space Shuttle von REVELL im Maßstab 1:144

Baubericht zum „Space Shuttle“ von REVELL im Maßstab 1:144

Der Bausatz ist derzeit im einschlägigem Fachhandel für ca. 23,- Euro erhältlich und verspricht für Interessierte der Raumfahrt jede Menge Bastelspaß.
In der relativ großen Schachtel befinden sich sauber gespritzte Rahmen für eigentlich „drei Bausätze“ und einer ausführlichen Bauanleitung sowie ein hervorragender Abziehbilderbogen.
Die Abziehbilder gestatten den Orbiter als „Enterprise“, „Discovery“, „Atlantis“ und „Endeavour“ zu gestalten.

Die „drei Bausätze“ stellen dar
Die Rakete mit den zwei Boostern „Booster Rockets“
Die Transportraupe bzw. mobiler Starttisch
Den Orbiter bzw. das Shuttle

Vor Baubeginn sollte man sich entscheiden, ob alle drei Modelle als ein Komplex dargestellt werden oder als Einzelmodelle in einer bestimmten Pose präsentiert werden. So lässt sich der Orbiter beispielsweise mit geöffnetem Laderaum und Nutzlast im Raumflug darstellen.
Ich habe mich für die Darstellung des Startkomplexes auf dem Transportweg entschieden, somit werden die Nutzlastteile nicht benötigt. Neben dem Studium der Bauanleitung ist eine umfassende Recherche im Internet unbedingt erforderlich (Wikipedia, Mister Wong u.a.). Dabei wird auffällig, dass der mobile Starttisch nur eine grobe Darstellung ist, quasi der Ständer für das Booster- und Orbitermodell. Die Booster-Rakete und der Orbiter können wegen ihrer guten Darstellung aus dem Kasten gebaut werden, somit fällt die Hauptarbeit bei der Überarbeitung beim mobilen Starttisch an.


Änderungen am mobilen Starttisch:
Der Starttisch besteht aus einem Rahmen (die 4 Außenwände, Teile 2 & 3) und der Startplatte (Teil 4). Von den Rahmenteilen Nr. 2 wurden die Träger für die zwei Raupen komplett mit der Feinsäge entfernt. Nach dem Verkleben der 4 Außenwände wurde die Startplatte (Teil 4) aufgesetzt und verklebt. Um den offenen Boden abzuschließen, habe ich aus einer Polystyrol-Platte mit 2 mm Stärke die Bodenplatte geschnitten und eingeklebt.
Der nunmehr vorliegende Grundkörper des mobilen Starttisches benötigt jetzt einen Unterbau, welcher von den Raupen (8 x Teil 1) getragen wird und das eigentliche Raupenfahrzeug mit Führerkabinen an den Stirnseiten darstellt. Die Anfertigung erfolgte nach Fotovorlagen aus dem Internet auf der Grundlage von 2 mm Polystyrolplatten und entsprechenden Profilen.
Die Raupen müssen komplett überarbeitet werden, da in der ursprünglichen Revell-Bauform das Dreh- und Antriebslager mit der Hebe- und Absenkhydraulik fehlt. Auch hier dienten wieder Fotovorlagen bei der bautechnischen Umsetzung.


Nach der Fertigstellung des Grundkörpers des mobilen Starttisches bedarf es einer umfassenden Überarbeitung bzw. Ergänzung der Aufbauten. Für die Geländer wurden von der Fa. FALLER „Eisengeländer“ in der Spurgröße N unter der Best.-Nr. 272404 verwendet. Diese entsprechen optisch denen auf den Originalfotos und treffen den Maßstab sehr gut.
Als Halterung für die Rakete auf dem Starttisch hat REVELL zwei Träger (Teile 5 & 6) vorgesehen, die für die Ersatzteilekiste geeignet sind. An ihrer Stelle sind zwei Säulen anzufertigen, die für die Medienversorgung der Rakete zuständig sind. Ich habe anhand von Original-Fotos die Maße über die Verhältnisrechnung ermittelt und in einer Skizze festgehalten. Für deren Anfertigung hat sich auch die 2mm Polystyrol-Platte plus div. Profile bewährt. Um die 3 Abgasschächte auf der Plattform sind die Versorgungsleitungen für die Wassersprüher nach Fotovorlagen zu verlegen. Dazu habe ich geeignete Gussäste verwendet.
Den Hauptaufwand bietet die Stirnseite (Teil 3) des mobilen Starttisches mit der Anfertigung der 2 Etagen an Arbeitsbühnen und Versorgungsleitungen. Diese wurden auch über Fotovorlagen und der Verhältnisumrechnung gebaut.
Der Starttisch wird in hellgrau gespritzt und danach etwas in der Farbgebung nach Fotovorlagen gealtert.
Damit die Rakete sicher steht, habe ich die beiden Mediensäulen mit einem 2 mm Stahldraht
(Kleiderbügel aus der Textilreinigung) verbunden. Dieser führt zwischen den Haupttriebwerken und dem Hitzeschild (Teil 101/102) durch und ist somit nicht sichtbar. Die Rakete steht damit abnehmbar und sicher auf dem Starttisch.


Änderungen am Orbiter und der Rakete:
Der Orbiter wurde geschlossen gebaut, damit entfallen die Teile für die Nutzlast und es kommen die langen Laderaumklappen (Teile 109 & 110) zum Einbau. Zwischen den Tragflächen und dem Rumpf sind Spalten mit gezogenen Gußästen zu schließen, ansonsten bereiten beide Modelle beim Zusammenbau keine Probleme.
Ich hoffe, die Fotos vom fertigen Modell und ein Originalfoto aus dem Internet überzeugen den Betrachter von meiner modellbauerischen Umsetzung.



Farbgebung:
Hier kann man die Farbangaben aus der Bauanleitung von REVELL voll übernehmen, da sie den Bildrecherchen im Internet sehr gut entsprechen.
Da das Modell sehr großflächig ist, empfehle ich die Arbeit mit der Spritzpistole auszuführen.
Als Grundierfarbe habe ich hellgrau matt verwendet, insgesamt gehen ca. 2 Farbdosen auf die Oberfläche, wenn man den Feinschliff und das Nachspritzen mit einberechnet.

Abschlusswertung:
Ein sehr schöner Bausatz, der dem Modellbauer mehrere Optionen für die Darstellung bietet.
Sowohl der Anfänger als auch der Profi können mit wenig Aufwand und ohne dem teuren Zubehör das Modell aus der Kiste bauen.Die Farbfetischisten würden hier noch über die verschiedenen Mal- und Alterungstechniken berichten, aber das lasse ich lieber weg.

Sonntag, 12. April 2009

Das Soyuz-System 1:144 / Baubericht TEIL 1: Trägerrakete R-7 bzw. Soyuz T

Das Soyuz-System, ein sowjetisch/russisches Standardraumfahrzeug seit 1967,
im Modell-Maßstab 1:144


Ein Baubericht von Rainer Dierchen, Heidenau (Mitglied des EPMC Dresden)

Unter der Leitung des legendären Konstrukteurs Sergeij Koroljow wurde die Erfolgsserie des „Soyuz-Systems“ entwickelt und eingeleitet. Auf die Produktionseinführung 1967 folgte ein langer Weg mit anfänglichen Schwierigkeiten, bekannt dürfte z. Bsp. der Flug der Soyuz 1 sein, der mit dem Tod des Kosmonauten Wladimir Komarow endete.
Mittlerweile müsste man eine sehr umfangreiche Liste schreiben, wollte man alle erfolg-reichen Soyuz-Missionen lückenlos aufzeichnen.


Das Soyuz-System besteht aus 3 technologischen Einheiten und setzt sich wie folgt zusammen:
· Trägerrakete R-7 in ihren Entwicklungsstufen „Wostok“, “Woschod“, „Progress“ und „Soyuz“.
· Nutzlastkomplex Soyuz (Orbiter) mit den Bestandteilen Orbitalmodul, Start- und Landemodul sowie dem Antriebs- und Servicemodul.
· Startsystem für die Trägerrakete R-7, entwickelt und gebaut vom „Staatlichen Unitaren Förderationsbetrieb KBOM“, bekannt durch die Weltraumbahnhöfe Bajkonur“ und „Plessezk“.

Ausgereifte Technologien & Logistik, eine hohe Einsatzrentabilität und universelle Nutzlastmöglichkeiten machen dieses Raumfahrtsystem auch für die kommenden Jahre für russische und internationale Nutzer attraktiv.
Ein Grund mehr, dieses interessante Soyuz-System im Modell nachzubilden.

Erste Überlegungen zum Bauprojekt
Für die modellbauerische Umsetzung der 3 technologischen Einheiten ist wegen der Abmessungen der Maßstabsbereich zwischen 1:125 und 1: 288 als optimal zu wählen.
Meine im Dezember 2008 begonnene Recherche zum Angebot an Modellbausätzen im Fachhandel ergab folgende „noch verfügbare“ ältere Bausätze:
Rakete Soyuz TM und R-7A in 1:144 von russischen Hersteller MAQUETTE
Bezug über http://www.andromeda24.de/ bzw. von Realspace in Resinguß
Orbitalmodul Soyuz/Progress in 1/125 von Heller
Bezug über Hobby Boutique Stelzner in Heidenau, wstelzner@aol.com
oder http://www.andromeda24.de/

Der Startkomplex ist als Modellbausatz leider nicht erhältlich, hier ist die Eigeninitiative angesagt.

Hauptbezugsquelle für das Baumaterial des Startkomplexes wurde der Baumarkt, der Fachhandel für Künstlerbedarf/Architekturmodellbau und Fachgeschäfte für Modell-eisenbahnen & Modellbau. Mehr dazu folgt in der Baubeschreibung.
Die drei gekauften Bausätze in unterschiedlichen Maßstäben führten nun zu der Überlegung, die Raketen im Maßstab 1:144 mit dem Startkomplex als eine Modellbaueinheit und den Soyuz/Progress-Orbiterbausatz im Maßstab 1:125 als gesondertes Diorama zu bauen.
Das nasskalte Winterwetter im I.Quartal des Jahres 2009 arbeitete bei diesem Vorhaben entscheidend mit, denn nur im warmen Modellbauzimmer war es richtig gemütlich und das gütige Verständnis meiner Ehefrau für dieses umfangreiche Vorhaben wurde auch dadurch geprägt.

Baubericht TEIL 1

Zum Bausatz der Trägerrakete R-7 bzw. Soyuz TM




Die beiden russischen Bausätze sind älteren Herstellungsdatums und im Handel nur noch schwer aus Restbeständen im Preis um die ca. 20,- Euro plus Versandkosten erhältlich. Das treibt die Preise beispielsweise bei Versteigerungen im Internet auf gesichtete 40,- Euro ins Reich der Utopie. Da sollte man dann dem Resin-Bausatz von Realspace mit einem Preis von ca. 40,- Euro plus Versandkosten den Vorzug geben.

Booster und Raketenstufen sind baugleich, nur die Nutzlastverkleidungen, beginnend aufwärts ab Gitterring, sind verschieden. Es liegen jeweils 2 sehr gute Spritzrahmen, in den Farben grau und rotbraun, mit fein versenkten Gravuren in der stabilen Schachtel mit abnehmbaren Deckel.

Die Bauanleitungen sind in russischer und englischer Sprache, zweiseitig auf einer DIN A4 Seite beschrieben. Wer der Sprache nicht kundig ist hat damit auch keine Probleme, denn die wenigen Bauschritte sind mit 5 Montage-Bildern sehr gut nachzuvollziehen. Ein Bausatz, der für Anfänger und Profis zu einem sehr moderaten Preis sehr zu empfehlen ist. Die Maßhaltigkeit des Modells hält bei einem Vergleich mit Zeich-nungen und Maßtabellen aus der Fachpresse stand.
Da die R-7 eine militärische Nutzlast trägt (kleine Kegelspitze) und somit wegen Wegfall der oberen Raketenstufen die kleinste Rakete der Typenserie ist, habe ich mich für deren Umbau entschieden und die Soyuz TM-Rakete habe ich mit geringen Änderungen aus dem Kasten gebaut. Bei der Nutzlastwahl für den Umbau der R-7 habe ich mich für den T ISS-Cargo-Lifter bzw. die Progress M-Nutzlastverkleidung entschieden.

Realisierte Änderungen am Modell R-7:
- Herstellung des Gitterträger-Rings mit Hilfe von gebogenen Keilträgern aus Büroklammern nach Maßschema auf der Handskizze.

Die gespreizten Keilenden wurden in dafür gesetzte Bohrungen auf das Raketenteil gesteckt und mit Sekundenkleber befestigt. Mit dem Zirkel oder Kreisschneider wurde aus einer
0,8 mm starken Polystyrol-Platte der obere Ring ausgeschnitten und mit Sekunden-kleber aufgeklebt. Dabei ist der plane Sitz des Ringes zu beachten, sonst sitzt dann das Nutzlastteil schief auf der Rakete. Um diese Gefahr zu umgehen, habe ich einen Hilfsträger mit Durchmesser 5,0 mm mittig über die ganze Länge der Rakete eingeklebt. Dazu sind jeweils Bohrungen in die Trennsegmente zwischen den Raketenstufen zu setzen. Lediglich beim Gitterträgerring wurde der mittige Hilfsträger unterbrochen, um den erforderlichen objektgemäßen Durchblick zu gewähren.
- Die Nutzlastverkleidung Progress M habe ich aus PVC-Kabelrohren hergestellt, im Baumarkt für ca. 90 Cent je Rohr mit 2m Länge in verschiedenen Durchmessern erhältlich. Die Nutzlastspitze und der Übergangskonus wurde aus einem massiven PVC-Stab mit geringer Drehzahleinstellung gedrechselt. Ideal ist dazu die Micro-Drechselbank DB 250 von Proxxon Micromot mit regelbarem Antrieb.

- Die Raketen-Steuertriebwerke (Bauteile A6 und A7 lt. Bauanleitung) sind eindeutig zu klein ausgefallen und müssen neu hergestellt werden. Auch hier hat sich die Micro-Drechselbank bestens bewährt.

Maße der Steuertriebwerke in 1:144:
Länge 4,0 mm
unterer Durchmesser: 3,0 mm
oberer Durchmesser: 1,5 mm

Als Material habe ich PVC-Rohr-Profile mit 4 mm Außendurchmesser und 1,5 mm Innendurchmesser aus dem Künstlerbedarf verwendet, da diese sehr preiswert ausfallen. In das Innenrohr wurde nach der Düsenherstellung ein PVC-Rundprofil mit 1,5 mm Durchmesser und 10 mm Länge geklebt. Damit lässt sich die Steuerdüse problemlos in die dafür vorgesehene Öffnung platzieren.




Die weitere Raketenmontage verläuft problemlos, da die Passgenauigkeit sehr gut ist.
Als Kleber habe ich in die fest zusammengefügten Teile über einen Pinsel Aceton in die Trennfuge einfließen lassen, was sehr saubere Schweißnähte zur Folge hat.
Der Trägerrahmen für die Booster, der bei der Montage über die fertig montierte Rakete zu streifen ist, passt nicht und muss an einer Querstrebe durchgeschnitten werden. Nach der Platzierung an der Rakete wird das Ganze mit Sekundenkleber behoben. Bei guter Arbeit ist anschließend davon nichts mehr zu sehen.

Die Farbgebung:
Für beide Raketenmodelle wurden REVELL-Aqua Color Farben verwendet.
Diese decken sehr gut und lassen sich in der Konsistenz für Hand- und Pistolenarbeiten bestens einstellen. Als Geheimtipp, „Prima Sprit“ ist nicht nur gut für den Verzehr, sondern offensichtlich für die REVELL-Aqua Color-Farben als Verdünner erfunden worden. Geht super und man hat doppelte Freuden. Achtung beim Spritzen, Atemmaske aufsetzen und Explosionsgefahr beachten!

Der gesamte Raketenkörper wird mit matt Grau 36/57 grundiert.
Abschließend erfolgt in einem Mischverhältnis 70:30 Seidenmatt /Matt ein Überzug in Grau 36374/36157. Die Nutzlastverkleidung wird weiß gespritzt und die Nutzlastspitze mit Grün, gemischt aus 70:30 in Laubgrün, Seidenmatt/Dunkelgrün, Matt (36364/36139)
Abschließend wird der Raketensockel und die Booster bis zur Höhe der Hilfsträger mit Orange glänzend 36130 gespritzt. Es empfiehlt sich, dies vor der Boostermontage vorzunehmen, dabei sollte allerdings die einheitliche Länge der Spritzfläche einkalkuliert werden. Ganz zum Schluß werden die Hitze-Reflektoren an den Boostern und der Rakete mit Maskierfolie abgeklebt und mit 31190 Silber gespritzt.
Die Farbgebung der Düsen erfolgt außen mit Eisen 36191 und innen mit Anthrazit 31109 matt.

Abziehbilder:
Leider liegen dem R-7 Bausatz keine Abziehbilder bei und bei der Soyuz TM hält sich das auch in Grenzen. Hier ist Selbsthilfe angesagt. Betrachtet man die Originalfotos, so erkennt man an den Boostern und an der Hauptrakete Aufkleber mit dem Logo des Herstellers und an der Nutzlast einen Aufkleber mit dem Symbol der Mission. Ich habe mir aus dem Internet diese Logos beschafft und auf dünnem weißen Papier im entsprechenden Maßstab gedruckt. Mit Hilfe von doppelseitigem Klebeband wurden diese Aufkleber im wahrsten Sinne des Wortes an der richtigen Stelle aufgeklebt.

Abschlussbemerkung:
Zwei sehr schöne Bausätze, die sowohl vom Anfänger als auch vom Profi mit wenig Aufwand gebaut werden können. Der modellbauerische Schwerpunkt liegt bei der Farbgebung. Hier ist dem Farbspritzen gegenüber der Handmaltechnik der Vorzug zu geben. Die feinere Oberfläche der gespritzten Farbe überzeugt bei diesem relativ kleinen Maßstab total. Für relativ wenig Geld bekommt man einen netten Bastelspaß serviert.

Quellen:
Typenkompass „Bemannte Raumfahrt seit 1960“ im Motorbuch Verlag,
1. Auflage 2008

Werkskatalog KABOM, Ausgabe 2008

Internet, Wikipedia, Raumfahrt